Grundlagen eines Notfunk-Servers

Der Notfunk-Server ist der zentrale Dienstleister im Notfunk-Netz. Er stellt alle lokal möglichen Dienstleistungen der Daten-Kommunikation zur Verfügung, dient als Nachrichtenspeicher (Mailbox) und Nachrichten-Verteiler und -Vermittler.

Szenario

Gehen wir einmal davon aus, dass heute Nachmittag der Strom (und damit auch das Internet) in meinem Landkreis ausfällt. Wie die Lage in den Nachbarlandkreisen ist, kann ich nur vermuten, habe aber keine Informationen dazu.

Nach mehreren Stunden - in welchen der Strom nicht wiedergekehrt ist - fallen nach und nach die Kommunikationsmittel der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) aus. Der digitale TETRA-Funk besteht maximal noch aus einzelnen Funkzellen ohne das Bundesnetz und kann somit nicht mehr zur zentralen Steuerung der Einsatzkräfte verwendet werden. Mobiltelefone (gleich welches Netz diese nutzen) stehen inzwischen auch nicht mehr zur Verfügung, da deren Notstromversorgung nach und nach ausfällt.

Wer sind die Nutzer?

Der Krisenstab der bei mir vor Ort ansässigen Bezirksregierung erfährt, dass weitere Landkreise betroffen sind und ruft bezirksweit den Katastrophenfall aus. Diese ist somit die oberste erreichbare Kommandoebene und muss zwangsweise mit den Katastrophenschutzbehörden der Landkreise, sowie dem bayerischen Staatsministerium des Inneren bzw. der Staatskanzlei kommunizieren.
Das gleiche gilt natürlich für alle Gegenstellen, welche als Ansprechpartner den Krisenstab der Bezirksregierung erreichen müssen.

Da sich in unmittelbarer Reichweite das Rathaus der kreisfreien Stadt Ansbach sowie das Landratsamt des Landkreises Ansbach befindet, werden die Verbindungen zu diesen Einrichtungen elementar wichtig sein, um die Funktionsfähigkeit der Bezirksregierung (Strom, Gas, Wasser, etc) sicherstellen zu können.

Was wird benötigt?

Folgende Kommunikationswege sind ausgefallen und müssen ersetzt werden:
  • Telefon (Sprache)
  • Telefax (Bild & Text)
  • Email (Bild & Text)>
  • Funk (Sprache)

Der Notfunk-Server

Ausgehend von dem zuvor beschrieben Szenario habe ich die Überlegung angestellt, wie ich technisch die oben genannten Dienste zur Verfügung stellen kann. Telefon wird ganz klar durch Sprechfunk ersetzt. Für die nicht-sprachbasierten Dienste ist das Konzept des Notfunk-Servers entstanden.

Dieser besteht aus einer Hardware-Komponente (der Server selbst), dem Linux-Betriebssystem sowie einer Konfiguration, welche aus dem Stand heraus in der Lage ist, die oben genannten Nutzer miteinander in umfangreicher weise Datentechnisch zu verbinden. Wird die elektronische Kommunikation durch Sprache ergänzt - und beispielsweise eine Notfunkstelle für die Fernkommunikation - können die BOS tatsächlich ohne Einschränkung funktionsfähig bleiben und zum Wohle der Bevölkerung arbeiten.