Ein Server-Konzept

Der Notfunkserver besteht aus einer Hardware (Rechner, USV), einem Betriebssystem und weiteren Software-Komponenten, welche die notwendige Dienste abbilden und zur Verfügung stellen. Nach vielen Experimenten fiel bei mir die Entscheidung zugunsten eines Raspberry PI mit Linux und Open-Source-Software.

Meine Anforderungen

  • Geringer Stromverbrauch
  • Fernbedien- und wartbar
  • Geeignet für Dauerlauf
  • Unabhängig vom Netzstrom
  • Kommt mit sinkenden Batteriespannungen klar
  • Multifunktionale Software
  • Robust

Erster Test unter Windows

Auf einem ganz normalen Notebook mit Windows 7 Betriebssystem erfolgte ein erster Proof-of-Concept um das Zusammenspiel eines xAMPP-Servers mit einem NPR-70 Modem zu prüfen. Dieses Testes verliefen sehr gut. Aber einen wertvollen Notebook in einer Funktion als Server zu blockieren, ist nicht unbedingt sinnvoll, wenn man keine unbegrenzten Ressourcen besitzt. Zudem stösst man unter Microsoft Windows extrem schnell an Grenzen, welche heissen: Lizenz, Zwangsupdate, Ressourcenhunger

Der "Himbeer-Kuchen" kommt ins Spiel

Ein Rasperry PI ist ein kleiner Einplatinen-Computer, welcher auf der Fläche einer Kreditkarte eine tolle Performance und Leistung bietet bei einem gleichzeitig äusserst geringen Stromverbrauch. Da ich "zufällig" ein solches Gerät hier zur Verfügung hatte, lag der Gedanke nahe, diesen Rechner als Notfunkserver einzusetzen. Tatsächlich hat sich erwiesen, dass dieser im Vergleich zu einem Windows 7-Notebook etwas langsam ist. Allerdings fällt dies bei einer funkbasierten Datenübertragung nicht mehr ins Gewicht, da die Funkschnittstelle in diesem Konzept der Flaschenhals ist, was die Kommunikationsgeschwindigkeit angeht.

Weitere System-Tests

Nachdem ich glücklicherweise noch ein gebrauchtes Notebook (i686, 1.6 GHz, 8GB RAM, 500 GB HDD) erhalten habe, konnte ich weitere Experimente ins Sachen Hardware und Betriebssystem für den Notfunk-Server anstellen. Dabei habe ich folgende Ergebnisse erhalten:
    PRO Windows
  • Der Server ist unter Windows 7 wesentlich schneller und einfacher einzurichten, als auf einem Linux-basierten Betriebssystem.
  • Installation und Bedienungen sind intuitiver und auch von Laien zu beherrschen.
  • Auch ein älterer Rechner ist schneller als der Raspberry PI, wenn man nicht gerade Windows 10 auf einem alten Notebook einsetzen will.
  • CONTRA Windows
  • Kostet Geld ... man benötigt eine Lizenz
  • Sinnvoll zu bedienen nur lokal oder per graphischer Fernsteuerung (Teamviewer/VNC)
  • Die Zwangsupdate-Politik macht einem keine Freude.
  • Die Groupware CITADEL ist nicht in einer Windows-Portierung erhältlich.
    PRO Linux (debian GNU/Linux)
  • Lässt sich ohne grafische Oberfläche installieren
  • Vollzugriff über SSH im Textmodus (Datensparsamkeit)
  • Grundinstallation unkompliziert
  • Läuft auch auf älterer Hardware schneller als Windows
  • CITADEL Groupware verfügbar
  • CONTRA Linux
  • Nach der Grundinstallation sollte man Ahnung von Unix/Linux haben - sonst konsultiert man oft die Internetsuche.
  • Die Konfiguration ist aufwendig und vertrackt, sollte es dabei Probleme geben.
  • Bei Problemen im Betrieb sollte ebenfalls ein Linux-Fachmann ran.
    PRO Raspberry PI (Raspberry OS / Raspbian)
  • Gleiche Vorteile wie Linux
  • Das Betriebssystem läuft auf einer SD-Karte. Diese kann man sichern, spiegeln und als Image zur Verfügung stellen.
  • Geringster Stromverbrauch, da dieser ohne Display läuft
  • Geringste Bauform und Größe, selbst mit USV
  • Mit USV läuft der RPI mit Spannung von 6-16 Volt - kommt also auch mit problematischen Batterien zurecht.
  • CONTRA Raspberry PI
  • Gleiche Nachteile wie Linux
  • Für den Dauerbetrieb sollte man regelmässig die SD-Karte tauschen, dank begrenzter Schreibzyklen der Karten.
  • Man muss ein wenig basteln (Hardware).

Die Entscheidung

Ich habe mich konkret für einen Raspberry PI als Notfunkserver entschieden. Damit habe ich meine Notebooks für andere Zwecke z.B. als Clients zur Verfügung. Der erste Notfunkserver lief auf RaspberryPI 3B+ Basis und funktionierte sehr sauber. Der Aufbau und die Installation des Servers habe ich hier nun von Grund auf dokumentiert.